Die heutige Dominanz des Wirtschaftslebens mit der Globalisierung der Waren-, Dienstleistungs- und Finanzmärkte sowie der Deregulierung der bisherigen staatlichen Rechtsordnungen, kombiniert mit der finanziellen Beherrschung von Wissenschaft und Lehre, macht die Frage nach dem Sinn unseres Wirtschaftens immer brennender. Einige meinen, das Ziel des Wirtschaftens sei die Gewinnmaximierung. Die meisten Menschen wollen aber im Grunde genommen eine Wirtschaft, die die Entwicklung der Menschen zu immer einsichtsvolleren und sozialeren, zu mündigen Erdenbürgern fördert.
Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es einer freien Wissenschaft, die mit aufzeigt, was dem Kulturfortschritt am meisten dient, eines regionalen und globalen Rechtslebens, das die Menschenrechte garantiert und eines effizienten, Ressourcen sparenden, umweltpflegenden und sozialen Wirtschaftslebens. (s.a. Rudolf Steiner, 1919: Der dreigliedrige soziale Organismus durch Freiheit im Geistesleben, Gleichheit im Rechtsleben und Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben).
Die Wirtschaft, die früher die Produktion als ihre Hauptaufgabe ansah, hat auf Grund der gesättigten Märkte dazugelernt, dass Produktion ohne Konsum sinnlos ist. Leider wurde weniger nach dem sinnvollen Bedarf der Menschen gefragt, vielmehr wurden immer raffiniertere Werbemethoden entwickelt, die die Konsumentenschaft dazu verführen soll, zu konsumieren, was die Wirtschaft (oft unter dem Gesichtspunkt der Gewinnmaximierung Einzelner) produziert hat (V. Packard, 1973: „Die geheimen Verführer“). Eine Aufgabe der Konsumentenvereinigungen ist es, diesen “geheimen Verführern“ entgegenzuwirken, das heisst den schlafenden Riesen (die Konsumentenschaft) zu wecken, der durch sein Kaufverhalten die Produktion nachhaltig bestimmen kann. Dabei kommt der Aufklärung und Schulung der Konsumenten über Wirtschafts- und Qualitätsfragen entscheidende Bedeutung zu. Die Wirtschaft sollte produzieren, was der menschlichen Kulturentwicklung förderlich ist. Eine solche gesellschaftliche Entwicklung bedarf einer Wirtschaftsweise, in der Produzenten, Handel und Konsumenten selbstverantwortlich zusammen arbeiten: eine assoziative Wirtschaftsweise. |